Es muss nicht immer eine Gehaltserhöhung sein

Benefits für Mitarbeiter

Betriebliche Zusatzleistungen sind neben der regulären Entlohnung ein wichtiges Element eines Vergütungssystems. Hoch qualifizierte Arbeitnehmer sind heute gefragter denn je und die Unternehmen sind sehr daran interessiert, diese auch langfristig zu halten. Arbeitgeber, welche neben einer guten, angemessenen Entlohnung noch zusätzliche Leistungen anbieten, können sich so von der breiten Masse abheben. Das Gehalt alleine ist nur ein Teil. Es kommt auf das gesamte Paket an. Unternehmen müssen sich in der heutigen Zeit auch auf der Arbeitnehmerseite einem Wettbewerb stellen. In zahlreichen Branchen herrscht ein Mangel an guten, qualifizierten Mitarbeitern. Will man die Besten, so muss man schon wesentlich mehr bieten als die Konkurrenz. Deutschland hinkt in den Bereichen der betrieblichen Zusatzleistungen und Vergütungssystemen noch etwas hinterher. Oft werden die Zusatzleistungen auch nicht als das verkauft, was sie sind: Leistungen, die einen Geldwert besitzen. Zukünftig könnten neue Zeitkontenmodelle interessanter werden. So wäre es z. B. möglich, dass der Arbeitnehmer Teile seiner Entlohnung als Wertguthaben für eine spätere bezahlte Freistellung nutzt.

Vater Staat bittet um seinen Anteil

Einem Arbeitnehmer mehr Geld zu geben, ist keine rein finanzielle Angelegenheit. Es ist auch eine Form der Anerkennung. Aber nicht immer ist eine Erhöhung des Bruttolohns ein klarer Vorteil für den Mitarbeiter. Mehr Gehalt bedeutet unter Umständen auch, mehr Steuern und Abgaben bezahlen zu müssen. Im schlimmsten Fall bleibt danach netto weniger übrig als zuvor. Bei kleinen Erhöhungen kommt beim Mitarbeiter oft nur ein Bruchteil an. Als sinnvolle Alternative können sich Sachbezüge anbieten, für welche oft keine oder nur geringe Steuern zu entrichten sind. Mit einer guten Kombination solcher Vergütungen ist es möglich, dass der Arbeitnehmer nichts oder nur ein kleines Stück vom Kuchen abgeben muss.

Gesund und leistungsfähig

Benefits zur Gesundheitsförderung

Wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter dabei unterstützt, gesund zu bleiben, haben beide Seiten viel davon. Unter gewissen Voraussetzungen kann ein Arbeitgeber jeden Mitarbeiter mit bis zu 500 Euro im Jahr fördern. So kann z. B. vorsorgliches Rückentraining finanziert werden, um der Volkskrankheit zuvor zu kommen. Man kann den Kollegen aber auch Entspannungsübungen gönnen. In Zeiten, in denen Stress und Burn-out in aller Munde ist, gewiss keine schlechte Sache. Im Idealfall hat das Unternehmen dann leistungsfähigere Mitarbeiter, welche seltener krank werden. Krankenzusatzversicherungen für Arbeitnehmer sind ebenfalls noch ein recht selten genutztes Instrument. Der Mitarbeiter spart sich Kosten und hat den Luxus, zusätzliche Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen zu können. Dies kann die Mitarbeiterbindung erheblich stärken.

Kostenfaktor Krankheit

Mitarbeiter zu Privatpatienten machen

Wenn Mitarbeiter krank sind, entstehen nicht unwesentliche Kosten. Gehen die Krankenstände zurück, spart sich ein Unternehmen viel Geld. Ein guter Grund, die Mitarbeiter bei der Gesundheitsvorsorge zu unterstützen. Arbeitgeber sind in Deutschland zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verpflichtet und müssen bis zu sechs Wochen das volle Gehalt weiter zahlen. Der Produktionsausfall deutscher Unternehmen aufgrund kranker Mitarbeiter wird auf über 50 Milliarden Euro geschätzt. Eine betriebliche Krankenversicherung kann also nur ein Vorteil für beide Seiten sein.

Die sichere Rente

In größeren Unternehmen gehört die betriebliche Altersvorsorge mittlerweile schon fast zum Standard. Für die Betriebsrente leistet der Arbeitgeber Beiträge an Kapitalanlageunternehmen wie Versicherungen oder Pensionskassen, welche das Geld entsprechend verwalten und anlegen. Ein Verlust des eingezahlten Kapitals muss nicht befürchtet werden. Zum Laufzeitende müssen mindestens die eingezahlten Beiträge für die Rente ausbezahlt werden. Solch eine Rente kann dazu beitragen, dass man im Alter seinen Lebensstandard halten kann.

Angst vor dem Unbekannten

Entscheidungen treffen bei der betrieblichen Zusatzleistung

Obwohl betriebliche Zusatzleistungen eben auch dem Arbeitgeber viele Vorteile bringen können, scheuen viele den vermeintlich großen Aufwand. Einen weiteren Teil schrecken die gesetzlichen und steuerlichen Bestimmungen ab. Eine große Anzahl weiß aber auch gar nicht, welche Möglichkeiten es gibt. Allerdings lässt es sich auch nicht verheimlichen, dass Zusatzleistungen gegenüber einer Gehaltserhöhung einen entscheidenden Nachteil haben. Sie schlagen sich nicht in der Rente nieder. Der Verlust ist im Normalfall überschaubar, sollte aber bedacht werden. Die zuvor erwähnte betriebliche Altersvorsorge könnte bei dem Problem helfen und gleichzeitig die Mitarbeiterbindung nochmals stärken. Die Vertrauensbasis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist natürlich generell wichtig. Im Falle der Zusatzleistungen ist sie aber nochmal von spezieller Bedeutung, da diese Leistungen meist so abgeschlossen werden, dass sie jederzeit kündbar sind. Deshalb eignen sie sich auch nicht als Gehaltserhöhung. Diese Ungewissheit schreckt wiederum viele Mitarbeiter ab. Allerdings werden Zusatzleistungen eigentlich nur dann gestrichen, wenn einem Unternehmen die Zahlungsunfähigkeit droht und Mitarbeiter entlassen werden müssen.

Gemeinsames Gestalten

Arbeitgeber und Arbeitnehmer entscheiden über Mitarbeiter-Benefits

Mitarbeiter werden aber auch oftmals zu wenig in die Gestaltung und Auswahl der Zusatzleistungen eingebunden. Mitunter ändern sich die gewünschten Leistungen auch schnell. Ein veraltetes Programm kann so zu einem ergebnislosen Kostenpunkt werden. Zuschüsse, welche heute üblich sind, können in Zukunft an den Wünschen der Arbeitnehmer vorbei zielen. Deshalb sollte das angebotene Benefit-Programm in regelmäßigen Abständen, z. B. alle zwei bis drei Jahre, gründlich überprüft werden. Ebenfalls sollte sichergestellt werden, dass alle Leistungen transparent, klar und verständlich an alle Mitarbeiter kommuniziert werden. Kein Nachteil ist es, wenn die Mitarbeiter auch den Geldwert der erbrachten Leistungen kennen. Sogenannte Flexible-Benefit-Programme ermöglichen den Arbeitnehmern die selbständige Auswahl von gewünschten Zusatzleistungen aus einem Katalog. So kann sich der Mitarbeiter die für ihn attraktiven Angebote auswählen und ist nicht an eine fixe Zusatzleistung gebunden. Meist werden diese Programme für Mitarbeitergruppen wie z. B. Fach- und Führungskräfte erstellt und enthalten entsprechend unterschiedliche Optionen.

Betriebliche Zusatzleistungen können bei entsprechender Planung und Pflege ein Gewinn für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sein. Steuerliche Vorteile bieten zusätzlichen Anreiz. Ob im Vorfeld bei der Planung des Programms oder bei der Präsentation des Angebotes – erfolgreiche Kommunikation ist der Schlüssel zum Erfolg.